Ranking Fahrradabstellanlagen in Bremerhaven an Supermärkten und Co

Stadt der kurzen Wege - ein modernes Schlagwort für eine Stadt, die viele Strecken zu Fuß oder mit dem Rad erledigen läßt. Dazu gehört auch, dass z.B. nicht nur die Parkplätze vor Supermärkten super sind, sondern auch die Fahrradabstellanlagen. Das wird der ADFC Bremerhaven in den nächsten Monaten untersuchen und ein Ranking erstellen bezüglich der Güte dieser Anlagen. sind sie überdacht? Gibt es genug? Gibt es dort Fahrradbügel oder wird immer noch der gute alte Felgenknicker verwendet. Der bringt viele Probleme mit sich: mangelnde Stabilität, wenn das Fahrrad angestoßen oder einseitig mit einer Satteltasche beladen wird, mangelnder Schutz vor Diebstahl, wie das Foto zeigt. Aber gibt noch ein Problem: Bei Fahrrädern mit Scheibenbremsen können die Scheiben Schaden am Fahrradständer nehmen. All das werden wir beurteilen und am Schluss der Öffentlichkeit präsentieren.

Bushaltebuchten

Warum gibt es so viele Bushaltebuchten in Bremerhaven, die es dem Radverkehr schwer machen?

Immer wieder erhalten wir Meldungen, dass es Probleme für Radfahrer*innen an Bushaltebuchten gibt, weil sie vom Seitenraum auf die Straße geführt werden. Grundsätzlich gibt es 4 Formen von Bushaltestellen: die Halteinsel, die Haltestelle am Fahrbahnrand, die Haltestelle an einem kleinen Vorbau des Gehwegs, auch Kap-Haltestelle genannt, und die Bushaltebucht, also einen Halteraum, der vom Gehweg weggenommen wird. In den Richtlinien und Empfehlungen zu Haltestellen werden Haltebuchten klar als die ungünstigste Haltestellenform  herausgestellt. Als Gründe werden u.a. der höhere Platzbedarf, die oft problematische Radverkehrsführung in diesen Bereich, die Einengung des Gehweges, die seitlichen Scherkräfte für die Passagiere beim Ein- und Ausfahren genannt, aber auch die Tatsache, dass Busse oft nicht so leicht aus Buchten abfahren können. Trotzdem entsteht in Bremerhaven eine Bucht nach der nächsten, jetzt an der Hafenstraße. Das ist Geldverschwendung, Erschwerung des Fuß- und Radverkehrs und ermöglicht dem vorbeifahrenden motorisierten Verkehr ungehemmtes Vorbeifahren. Wenn dann dann auch noch Buchten in einer Tempo-30-Zone wie dem Lotjeweg eingerichtet werden, kann der ADFC nur eine Abkehr vom qualifizierten Sachverstand, sparsamen Umgang mit öffentlichen Geldern und dem Geist der StVO sehen. Der ADFC wird versuchen, die Einrichtung künftiger Bushaltebuchten zu verhindern, wenn nicht ein ganz strenger sachlicher Grund dafür vorliegt, zumal der Leiter von BremerhavenBus, Herr Haase, bei einer Podiumsdiskussion in der Hochschule am 14. Oktober keinen keinen echten fachlichen Bedarf für Busbuchten sah.

Wird es im künftigen Werftquartier genug Fahrradstellplätze geben? Oder könnte das Stellplatzortsgesetz das verhindern?

Das obige Bild  mit hängenden Gärten (Copyright Cobe Copenhagen) soll verdeutlichen, wie es im Werftquartier aussehen soll. Ein eigens dafür geschaffenes Mobilitätskonzept will wegen der Nähe zur Innenstadt und zum Bahnhof den Rad- und Fußverkehr fördern, den Autoverkehr dagegen reduzieren. Das Konzept sieht nur 0,4-0.6 Autostellplätze pro Wohneinheit statt wie sonst üblich 1,0 vor. Das ist eine gute Sache. Entsprechend sind auch die vorgesehenen Quartiersgaragen ausgelegt. Das Bremerhavener Stellplatzortsgesetz sieht aber nur 1 (in Worten: einen) Fahrradstellplatz pro Wohnung bis 60m² und zwei Fahrradstellplätze pro Wohnung über 60 m² vor. In einer 60 m² großen Wohnung wohnen  allerdings oft 2 Menschen, und die haben manchmal sogar zusammen mehr als 2 Fahrräder. Und in einer 100 m² großen Wohnung wohnen oft 4 Menschen. Das entsprechende Gesetz aus dem Jahr 2013 sieht aber für Wohnung über 60 m² nur 2 Fahrradstellplätze dafür vor. Und was ist mit Lastenfahrrädern und Fahrradanhängern? Wenn man die strukturellen Voraussetzungen schaffen will, um eine Verkehrswende hin zu einer klima- und aufenthaltsfreundlichen Mobilitäts zu erzielen, müssen auch die rechtlichen Grundlagen entsprechend stimmig sein. Von daher ist eine Modernisierung des Bremerhavener Stellplatzortsgesetzes dringend geboten. Dies sollte auch für allen Neubauten an anderer Stelle in der Seestadt gelten. Denn das jetzige Gesetz läßr, zumindest was Fahrradstellplätze angeht, Bremerhaven im Vergleich zu anderen Städten schlecht dastehen.

Vergleich der Fahrrad-Stellplatzverordnung anderer Städte mit Bremerhaven

Im Vergleich mit anderen Städten ist die gesetzlich verordnete Mindestzahl von Fahrrad-Stellplätzen in Bremerhaven zumeist geringer. Nicht nur für das Werftquartier, sondern für alle Neubauten oder wesentliche Umbauten älterer Gebäude in der Seestadt sollte eine höhere Zahl von geschützten Fahrradstellplätzen vorgeschrieben werden. Dies ist erforderlich, um die Verkehrswende zu unterstützen, sich der Realität von mehr als 70 Millionen Fahrrädern in der Bundesrepublik anzupassen und die Bewohner:innen von Wohnungen mehr vor Diebstahl zu schützen. Auch die vorgeschriebene Größe eines Fahrradabstellplatzes in Bremerhaven mit 1 m² ist nicht realitätsgerecht. Auch sollte es erleichtert werden, Lastenräder und Kinderanhänger sicher und geschützt unterzubringen. Hier könnte das Werftquartier ein Vorreiter werden. Aber ohne solide rechtliche Grundlage geht das kaum. Das alte Stellplatzortsgesetz von 2013 genügt den heutigen Erfordernissen nicht mehr und bedarf dringend einer Reformierung.

Radwegblockade Hafenstraße

Radwegblockaden durch Kraftfahrzeuge - Man kann sich wehren !

Die häufigsten Klagen von Radfahrer*innen betreffen blockierte Radwege. Aber man muss es nicht nur hinnehmen. Man kann sich wehren. Und das geht so: Man macht ein aussagekräftiges Foto des blockierenden Fahrzeugs mit erkennbarem Kennzeichen darauf und schickt es an folgende Mailadresse der Polizei: ihrhinweis [at] polizei.bremerhaven.de . Dazu gibt man Datum, Uhrzeit und Straße/Ort der fotografierten Situation an. Die Polizei prüft, ob eine Ordnungswidrigkeit vorliegt und sendet im Falle der Bestätigung das Foto an das Ordnungsamt. Dieses schickt dem Fahrzeughalter dann einen Bußgeldbescheid. Hat man die Zeit zu warten, bis man neben dem blockierenden Fahrzeug einen ausweichenede*n Radfahrer*in aufs Foto bekommt, fällt die Strafe wegen nachgewiesener Behinderung höher aus. Natürlich kann man in der Mail auch angeben, dass man selbst behindert wurde, das kann aber dazu führen, daß man eine Zeugenaussage machen muss. Auch Fußgänger können solche Blockaden fotografieren und der Polizei schicken. Der ADFC wird zu nicht angekündigter Zeit eine Aktion machen, um zu überprüfen, wieviele Meldungen auch wirklich zu einem Bußgeldbescheid führen. Also: Wer  will, dass sich etwas ändert, darf sich nicht nur ärgern, sondern muss auch aktiv werden. Wer an der Aktion des ADFC teilnehmen möchte, kann sich bei uns melden.
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Hinweisschild für indirekte Linksabbieger © ADFC Bremerhaven

Die "Monsterkreuzung" Wurster Straße - Ruhe kehrt nicht ein

Auch nach Anbringung zweier Hinweisschilder an den westlichen Ampeln auf der Wurster Straße läßt die Kritik nicht nach. Immer noch erhalten wir Meldungen, dass Menschen verunsichert sind beim Queren der Cherbourger Straße auf dem Rad, weil sie die Linksabbiegerampel für den Radverkehr nicht deuten können. Auf den jetzigen kritisierten Lichtscheiben kann man den Richtungspfeil von 2,5 cm wegen der geringen Größe kaum sehen und somit nicht erkennen, dass die Ampel nur für die linksabbiegende Radfahrende gedacht ist. Der ADFC hatte eine Lichtsignalanlage mit einem dauerhaft leuchtenden und deutlich größerem Linksabbiegerpfeil vorgeschlagen (s.Foto unten). Diese wollte man aber aus uns unbekannten Gründen nicht anbringen. Selbst das würde wahrscheinlich die Kritik nicht verstummen lassen. Das auch liegt daran, dass man diese nach den aktuellen Vorgaben eingerichtete Kreuzung in dieser Form in Bremerhaven noch nicht kennt. Aber es gibt auch weitere fortbestehende echte Kritikpunkte: Wer von Osten mit dem Rad auf der Cherbourger Straße über die Wurster Straße radelt und dann nach Süden weiter auf die Wurster Straße fahren möchte, hat dort die Haltelinie und Ampel im Rücken statt vor sich. Gewünscht hätten wir uns auch eine Rotmarkierung der Radfahrfurten samt Aufstelltaschen. Und verständlich ist auch nicht, warum der Fußverkehr einen Anforderungstaster hat, der Radverkehr aber nicht.

Radwegweiser, Pflege
Verrotteter Radwegweiser auf der Freizeitroute Ost, kein Einzelfall © ADFC Bremerhaven

Radwegweiser in der Stadt: Besserung in (langer?) Aussicht

In Bremerhaven gibt es nur ein sehr inkomplett implementiertes und nicht gepflegtes Radwegweisersystem für die sogenannten Freizeitrouten. Die Verantwortlichkeiten sind schwer zu überblicken: Freizeitroute West, -Ost und Hafenroute liegen in der Verantwortung des Amtes für Straßen- und Brückenbau. Die Verantwortung für die anderen Freizeitrouten liegt bei "Erlebnis Bremerhaven". Im Augenblick werden die Wegweiser, die in Verantwortung von "Erlebnis Bremerhaven" sind, z.T. erneuert, z.T. erstmals neu aufgestellt, wie z.B. längs der Wasser-, Wind- und Wiesen-Route. An anderen Freizeitrouten sind sie oft durch die Sonne verblichen, defekt oder ungepflegt. Eine  regelmäßige Kontrolle und Pflege der Wegweiser findet bisher nicht statt.

Ein Wegweisungssystem für den Alltagradverkehr fehlt noch völlig. Wie komme ich vom Bahnhof zur Innenstadt? Oder zur Hochschule? Wie von der Innenstadt zum Klinikum Bremerhaven oder zu den Stadthäusern? Es gibt keinerlei Hinweise, geschweige denn Entfernungsangaben. Jeder Ortsunkundige hat es schwer und ist auf eine Navigationssoftware angewiesen, was beim Radeln in einer fremden Großstadt nicht unproblematisch ist. Das Projekt der Ausschilderung für den Alltagsradverkehr ist aber in Arbeit, zur Zeit in der Planungsphase durch das Stadtplanungsamt. Nach dem Abschluß folgt dann natürlich noch die Ausführung, vermutlich wird die aber noch sehr lange (Jahre?) dauern. Ein fehlendes Wegweisungssystem ist übrigens auch keine gute Voraussetzung für ein Bike-Sharing-System, das ja in der Stadt ebenfalls bisher fehlt.

Gefährliche Änderung der Vorfahrt im Überseehafen
Plötzlich nähert sich von hinten rechts ein Sattelschlepper © ADFC Bremerhaven

Gefährliche Neuregelung der Vorfahrt im Überseehafen

Der Überseehafenbereich liegt zwar im Bremerhavener Stadtgebiet, gehört aber hoheitsrechtlich zum Stadtgebiet Bremen. Eigentlich soll nach jüngstem Vorschlag der Senatorin für Häfen und Wissenschaft die Radverkehrssituation dort verbessert werden, auch, um den Berufs-Radverkehr im Hafen zu fördern. Gleichzeitig ist die Hauptroute durch den Überseehafen auch die Route des Weser-Radweges, den jährlich in diesem Bereich ca. 60.000 Radtourist*innen benutzen. Jetzt wurde auf dem sowieso grenzwertig breiten Beidrichtungsradweg die Vorfahrt geändert. Statt wie seit Jahrzehnten geregelt dem Radverkehr gegenüber dem abbiegenden Verkehr die Vorfahrt zu gewähren, soll er jetzt auf der Senator-Borttscheller-Straße bis auf eine Querung immer die Vorfahrt achten. Das Bild zeigt einen Sattelschlepper, der von hinten rechts in die Container-Anlage der BLG einbiegt und neuerdings Vorfahrt hat. Während kaum ein*e Radfahrende*r mit Gefahr von hinten rechts rechnet, täuschen die aufgebrachten Fahrradpiktogramme und Doppelpfeile auch noch Vorrang des Radverkehrs vor. Demgegenüber fallen die Vorfahrt-gewähren-Verkehrsschilder für den Radverkehr kaum auf. In den Augen des ADFC eine gefährliche Regelung und angesichts des Ziels einer Förderung des Radverkehrs geradezu skandalös. Zu einem zwischenzeitlichen Ortstermin hat das ASV Bremen (Amt für Straßen und Verkehr) den ADFC nicht eingeladen, somit einen Dialog verweigert. Sollte es zu einem Unfall an diesen Stellen kommen, werden wir uns nicht scheuen, die Frage einer gewissen Mitschuld des ASV zu diskutieren.

Fahrradklimatest 2022: Schneidet Bremerhaven erneut schlecht ab ?

Der Fahrradklimatest 2022 läuft seit 1. September. Wird Bremerhaven diesmal besser dastehen? Der ADFC befürchtet, dass man die Lage nicht so viel besser einschätzt. Es passiert im Augenblick viel für den Radverkehr in der Stadt, aber alles passiert im Schneckentempo: die Markierung auf der Kennedybrücke läßt auf sich warten, die Einrichtung der Fahrradstraße in der Innenstadt ist in Planung, stellt sich aber als schwieriger heraus als angedacht. Die Umsetzungen der Markierungen in der Lange Straße und Hafenstraße sind noch nicht vollzogen. Wischacker und Dwarsweg sind unverändert katastrophal, die Pläne der Neugestaltung allerdings in Arbeit. Es gibt viel Verbesserungen, die aber nicht immer ins Auge fallen oder vergessen werden: die Asphaltierung der südlichen Elbestraße, der neu eingerichtete Winterdienst auf den wichtigsten Radwegen, etc. Aber so eine richtige Aufbruchstimmung für den Radverkehr ist noch nicht aufgekommen. Nach den Versäumnissen der letzten 20 Jahre kann sich die größere Offenheit der Politk gegenüber den Bedürfnissen des  Radverkehr noch nicht in der Realität niederschlagen. Mit einer Gesamtbeurteilung der Note 4,4 im Klimatest 2020 hatte es die Stadt lediglich auf den 36. von 41 Städten vergleichbarer Größenordnung geschafft. Unverändert bleibt stark negativ bleibt, dass die Stadt keine Werbung für das Radfahren macht, weder im Rahmen der Klimawende, noch als gesunde Form der Fortbewegung. Der Verkehrsentwicklungsplan scheint auch auf der Strecke geblieben zu sein. Natürlich ist die Verbesserung der Rad-Infrastruktur ein wichtiges Ziel, aber zu einem guten Fahrradklima in einer Stadt gehört mehr. 

Kennedybrücke - ein Erfolg - fast fertig

Im November 2020 wurde die Probe-Markierung für den Radfahrstreifen auf der Kennedybrücke aufgetragen, ein erster sichtbarer Erfolg für den Kampf für eine bessere Fahrradinfrastruktur in der Innenstadt Bremerhavens. 2022 sollte die endgültige Markierung aufgetragen werden. Der ADFC hatte schon Zweifel, ob das noch in diesem Jahr gelingt. Aber es hat geklappt. Ein erster wirklich sichtbarer Erfolg einer etwas anderen Mobilitätspolitik in unserer Stadt. Und der ADFC dankt allen daran Beteiligten, auch den Unterstützer*innen der ersten Stunde ! Es fehlt nur noch die endgültige Gestaltung der Kreuzungen mit der Borries- und der van-Ronzelen-Straße. Aber das liegt leider an Lieferschwierigkeiten, nicht an bösem Willen. Und wenn das Wetter schöner wird, machen wir auch ein Foto, auf dem die Kennedybrücke samt Markierung schöner aussieht!!

Fußgängerzonenfreigabe für den Radverkehr liberalisiert

Von 22.00 Uhr bis 10.00 Uhr durfte bis März 2021 die Fußgängerzone von Radfahrer*innen benutzt werden. Still und ohne viel Tamtam wurde die Bitte des ADFC erfüllt, doch wenigstens für die erste und letzte Einkaufsstunde die Fußgängerzone für den Radverkehr zu öffnen, also von 18.00 Uhr bis 10.00 Uhr. Klagen hat es bisher keine gegeben. Der ADFC wünscht sich natürlich eine vollständige Freigabe. Aber da sind die Sorgen einiger Politiker noch zu groß, dass das dem Einzelhandel schaden könnte. Wir denken, es nützt eher dem Einzelhandel, wenn Radfahrende nah bis zu den Geschäften kommen können, zumal deutlich mehr Fahrradabstellbügel in der City aufgebaut werden. Der ADFC könnte auch damit leben, wenn statt einer völligen Freigabe der Fußgängerzone die anliegenden Schleswiger, Mittel- und Prager Straße zu Fahrradstraßen erklärt würden und dort eine privilegierter Zugang in die Innenstadt für den Radverkehr geschaffen würde. Spannend wird es, wenn das Karstadt-Gebäude abgerissen wird. Dann könnte man die durchgehende Straße "Am Alten Hafen" zu einer Fahrradstraße im Beidrichtungsverkehr machen und so den Radverkehr von der Columbusstraße in einen geschützten Bereich abseits des lauten und abgasbelasteten Autoverkehrs bringen.

Diese Markierung Am Nordhafen schützt nicht ausreichend vor Stürzen und Verletzungen bei der Schienenüberquerung mit dem Rad © ADFC Bremerhaven

Schienen im Überseehafen

Der Radweg längs der Strecke Am Erzhafen, Am Nordhafen und an der Senator Borttscheller-Straße ermöglicht dem Alltagsradverkehr und den ca 100.000 jährlichen Benutzern des Weserradweges die Passage durch den Überseehafen. Wie die letzte Zertifizierung durch den ADFC für die Wesertouristik zeigt, gab es dort viele Mängel: oft zu eng, störende Begrenzungs-, Laternen- und Verkehrsschilderpfosten, unangenehme bis gefährliche Querungen, insbesondere an den Gatehäusern. Eine Stelle ist aber besonders gefährlich, nämlich die Querung der Schienen Am Nordhafen. Dort geschehen regelmäßig Stürze - und leider auch mit bösen Folgen, insbesondere Knochenbrüchen. Das ASV (Amt für Straßen und Verkehr, Bremen) hat zwar mit einer Markierung reagiert, die verhindern soll, dass man die Schienen spitzwinklig statt im rechten Winkel überquert. Mit 1,30 m Breite ist diese Radwegmarkierung aber für einen Beidrichtungsradweg mit Fußverkehr zu schmal und verstößt wegen der mangelnden Breite gegen die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen von 2010. Dementsprechend hat die Zahl der Stürze auch nach der Markierung nicht merklich nachgelassen. Der ADFC Bremerhaven hat einen weitergehenden Vorschlag zum Schutz des Radverkehrs gemacht, der aber nicht auf Gegenliebe beim zuständigen Baulastträger stößt. Auf jeden Fall sollte jede*r Radelnde an dieser Stelle besonders vorsichtig sein, erst recht bei nasser Fahrbahn.

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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