Radwegblockade Hafenstraße

Radwegblockaden durch Kraftfahrzeuge - Man kann sich wehren !

Die häufigsten Klagen von Radfahrer*innen betreffen blockierte Radwege. Aber man muss es nicht nur hinnehmen. Man kann sich wehren. Und das geht so: Man macht ein aussagekräftiges Foto des blockierenden Fahrzeugs mit erkennbarem Kennzeichen darauf und schickt es an folgende Mailadresse der Polizei: ihrhinweis [at] polizei.bremerhaven.de . Dazu gibt man Datum, Uhrzeit und Straße/Ort der fotografierten Situation an. Die Polizei prüft, ob eine Ordnungswidrigkeit vorliegt und sendet im Falle der Bestätigung das Foto an das Ordnungsamt. Dieses schickt dem Fahrzeughalter dann einen Bußgeldbescheid. Hat man die Zeit zu warten, bis man neben dem blockierenden Fahrzeug einen ausweichenede*n Radfahrer*in aufs Foto bekommt, fällt die Strafe wegen nachgewiesener Behinderung höher aus. Natürlich kann man in der Mail auch angeben, dass man selbst behindert wurde, das kann aber dazu führen, daß man eine Zeugenaussage machen muss. Auch Fußgänger können solche Blockaden fotografieren und der Polizei schicken. Der ADFC wird zu nicht angekündigter Zeit eine Aktion machen, um zu überprüfen, wieviele Meldungen auch wirklich zu einem Bußgeldbescheid führen. Also: Wer  will, dass sich etwas ändert, darf sich nicht nur ärgern, sondern muss auch aktiv werden. Wer an der Aktion des ADFC teilnehmen möchte, kann sich bei uns melden.
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Wurster Straße, Cherbourger Straße
Gefährlicher Augenblick: Grün für den Radverkehr, trotzdem ein LKW vor der Nase, kein Einzelfall © ADFC Bremerhaven

"Die Monsterkreuzung" Wurster Straße - Cherbourger Straße

Viel Aufregung gab es, als die neu eingerichtete Kreuzung Wurster Straße/Cherbourger Straße dem Verkehr übergeben wurde. "Unverantwortlich", "lebensgefährlich", "Monsterkreuzung" und andere Bezeichnungen wurden gebraucht. In Wirklichkeit ist diese Kreuzung tatsächlich nach den neuesten Vorgaben für den Radverkehr mit sogenannten "Radaufstelltaschen" für den indirekt links abbiegenden Radverkehr. Dass die Aufregung so groß ist, liegt unter anderem daran, dass Bremerhaven mit den meisten Kreuzungen auf dem Stand der 60iger Jahre ist. Und die Menschen vor Ort sind es noch so gewohnt. Natürlich kann es nicht ganz unproblematisch sein, eine so große Kreuzung als erste so zeitgemäß zu gestalten. Aber es gibt auch echte Kritikpunkte. Das gefährlichste ist die Ampel für den linksabbiegenden Radverkehr aus der nördlichen Wurster Straße. Auf den Lichtscheiben kann man nicht erkennen, dass sie für die Linksabbieger gedacht sind. Der Pfeil ist mal gerade 2,5 cm groß. Manche Menschen denken bei der Querung, dass sie plötzlich "Rot" haben. Bei "Grün" für die indirekten Linksabbieger startet aber wenige Sekunden später auch der Verkehr auf der Cherbourger Straße. Das kann dann echt lebensgefährlich werden, zumal die Grünphase für die Radfahrer lange mit der für den Kraftverkehr auf der Cherbourger Straße überlappt. Ein zweiter Gefahrenpunkt liegt darin, dass der motorisierte Linksabbiegerverkehr von der südlichen Wurster Straße in die Grünphase der Radfahrer*innen von Norden gerät, wie das Foto unten zeigt. Gewünscht hätten wir uns auch eine Rotmarkierung der Radfahrfurten samt Aufstelltaschen. Und verständlich ist auch nicht, warum der Fußverkehr einen Anforderungstaster hat, der Radverkehr aber nicht.

Baussteel, Radweg, Abbruch, fehlende Überleitung
Hier bricht vor einer Baustelle der Radweg plötzlich ab. Es gibt weder eine Überleitung auf die Straße, noch einen Aufstellbereich vor der Ampel © ADFC

Beeinträchtigungen des Radverkehrs durch Baustellen

 Gestern war noch alles normal, heute wird man von einem Sperrgitter gestoppt, weil der Radweg durch eine Baustelle versperrt ist. Baustellen müssen oft sein. Aber der Radverkehr muss frühzeitig gewarnt sein, eine Überleitung auf die Straße sollte frühzeitig erfolgen und der motorisierte Verkehr sollte frühzeitig darauf hingewiesen werden, dass plötzlich Radverkehr vom Radweg auf die Fahrbahn kommt. Leider ist das oft nicht ordentlich oder leider sogar schlecht oder gar nicht geregelt, obwohl es dafür ein klare Richtlinie gibt. Wenn Euch derartiges passiert, meldet es uns. Wir geben das Problem an die Firmen weiter, die für die Sicherung der Arbeitsstellen zuständig sind und auch an die Straßenverkehrsbehörde.

Einbahnstraße Gegenrichtungsverkehr Piktogramme
Hier wünschen sich Radfahrer*innen Piktogramme für den Gegenrichtungsverkehr auf der Fahrbahn © ADFC Bremerhaven

Piktogramme für Gegenrichtungsverkehr in Einbahnstraßen?

In Bremerhaven kann man sich wirklich nicht beklagen, was die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung angeht. Die letzte Öffnung fand in der südlichen Grazer Straße statt, und es gibt keine Meldungen über Wünsche für weitere Öffnungen. Was es aber gibt, sind zahlreiche Wünsche für die Auftragung von Fahrrad-Piktogrammen mit Pfeilen in solchen Straßen. Sie sollen dem Autoverkehr noch einmal verdeutlichen, dass der Radverkehr wirklich berechtigt ist, in Gegenrichtung zu fahren. Solche Wünsche wurden bisher geäußert für die Hartwigstraße, die Bülkenstraße und den Bürgermeister-Martin-Donandt-Platz im Bereich des AMEOS-Klinikums-Mitte. Die Behörden lehnen das bisher ab. Dass es aber geht, zeigt die Stadt Wiesbaden. Dazu findet sich ein Artikel mit Foto auf der Website des Tiefbau- und Vermessungsamtes Wiesbaden. Warum sollte das Bremerhaven nicht können?

Radwegweiser, Pflege
Verrotteter Radwegweiser auf der Freizeitroute Ost, kein Einzelfall © ADFC Bremerhaven

Radwegweiser in der Stadt: Besserung in (langer?) Aussicht

In Bremerhaven gibt es nur ein sehr inkomplett implementiertes und nicht gepflegtes Radwegweisersystem für die sogenannten Freizeitrouten. Die Verantwortlichkeiten sind schwer zu überblicken: Freizeitroute West, -Ost und Hafenroute liegen in der Verantwortung des Amtes für Straßen- und Brückenbau. Die Verantwortung für die anderen Freizeitrouten liegt bei "Erlebnis Bremerhaven". Im Augenblick werden die Wegweiser, die in Verantwortung von "Erlebnis Bremerhaven" sind, z.T. erneuert, z.T. erstmals neu aufgestellt, wie z.B. längs der Wasser-, Wind- und Wiesen-Route. An anderen Freizeitrouten sind sie oft durch die Sonne verblichen, defekt oder ungepflegt. Eine  regelmäßige Kontrolle und Pflege der Wegweiser findet bisher nicht statt.

Ein Wegweisungssystem für den Alltagradverkehr fehlt noch völlig. Wie komme ich vom Bahnhof zur Innenstadt? Oder zur Hochschule? Wie von der Innenstadt zum Klinikum Bremerhaven oder zu den Stadthäusern? Es gibt keinerlei Hinweise, geschweige denn Entfernungsangaben. Jeder Ortsunkundige hat es schwer und ist auf eine Navigationssoftware angewiesen, was beim Radeln in einer fremden Großstadt nicht unproblematisch ist. Das Projekt der Ausschilderung für den Alltagsradverkehr ist aber in Arbeit, zur Zeit in der Planungsphase durch das Stadtplanungsamt. Nach dem Abschluß folgt dann natürlich noch die Ausführung, vermutlich wird die aber noch sehr lange (Jahre?) dauern. Ein fehlendes Wegweisungssystem ist übrigens auch keine gute Voraussetzung für ein Bike-Sharing-System, das ja in der Stadt ebenfalls bisher fehlt.

Gefährliche Änderung der Vorfahrt im Überseehafen
Plötzlich nähert sich von hinten rechts ein Sattelschlepper © ADFC Bremerhaven

Gefährliche Neuregelung der Vorfahrt im Überseehafen

Der Überseehafenbereich liegt zwar im Bremerhavener Stadtgebiet, gehört aber hoheitsrechtlich zum Stadtgebiet Bremen. Eigentlich soll nach jüngstem Vorschlag der Senatorin für Häfen und Wissenschaft die Radverkehrssituation dort verbessert werden, auch, um den Berufs-Radverkehr im Hafen zu fördern. Gleichzeitig ist die Hauptroute durch den Überseehafen auch die Route des Weser-Radweges, den jährlich in diesem Bereich ca. 60.000 Radtourist*innen benutzen. Jetzt wurde auf dem sowieso grenzwertig breiten Beidrichtungsradweg die Vorfahrt geändert. Statt wie seit Jahrzehnten geregelt dem Radverkehr gegenüber dem abbiegenden Verkehr die Vorfahrt zu gewähren, soll er jetzt auf der Senator-Borttscheller-Straße bis auf eine Querung immer die Vorfahrt achten. Das Bild zeigt einen Sattelschlepper, der von hinten rechts in die Container-Anlage der BLG einbiegt und neuerdings Vorfahrt hat. Während kaum ein*e Radfahrende*r mit Gefahr von hinten rechts rechnet, täuschen die aufgebrachten Fahrradpiktogramme und Doppelpfeile auch noch Vorrang des Radverkehrs vor. Demgegenüber fallen die Vorfahrt-gewähren-Verkehrsschilder für den Radverkehr kaum auf. In den Augen des ADFC eine gefährliche Regelung und angesichts des Ziels einer Förderung des Radverkehrs geradezu skandalös. Zu einem zwischenzeitlichen Ortstermin hat das ASV Bremen (Amt für Straßen und Verkehr) den ADFC nicht eingeladen, somit einen Dialog verweigert. Sollte es zu einem Unfall an diesen Stellen kommen, werden wir uns nicht scheuen, die Frage einer gewissen Mitschuld des ASV zu diskutieren.

Fahrradklimatest 2022: Schneidet Bremerhaven erneut schlecht ab ?

Der Fahrradklimatest 2022 läuft seit 1. September. Wird Bremerhaven diesmal besser dastehen? Der ADFC befürchtet, dass man die Lage nicht so viel besser einschätzt. Es passiert im Augenblick viel für den Radverkehr in der Stadt, aber alles passiert im Schneckentempo: die Markierung auf der Kennedybrücke läßt auf sich warten, die Einrichtung der Fahrradstraße in der Innenstadt ist in Planung, stellt sich aber als schwieriger heraus als angedacht. Die Umsetzungen der Markierungen in der Lange Straße und Hafenstraße sind noch nicht vollzogen. Wischacker und Dwarsweg sind unverändert katastrophal, die Pläne der Neugestaltung allerdings in Arbeit. Es gibt viel Verbesserungen, die aber nicht immer ins Auge fallen oder vergessen werden: die Asphaltierung der südlichen Elbestraße, der neu eingerichtete Winterdienst auf den wichtigsten Radwegen, etc. Aber so eine richtige Aufbruchstimmung für den Radverkehr ist noch nicht aufgekommen. Nach den Versäumnissen der letzten 20 Jahre kann sich die größere Offenheit der Politk gegenüber den Bedürfnissen des  Radverkehr noch nicht in der Realität niederschlagen. Mit einer Gesamtbeurteilung der Note 4,4 im Klimatest 2020 hatte es die Stadt lediglich auf den 36. von 41 Städten vergleichbarer Größenordnung geschafft. Unverändert bleibt stark negativ bleibt, dass die Stadt keine Werbung für das Radfahren macht, weder im Rahmen der Klimawende, noch als gesunde Form der Fortbewegung. Der Verkehrsentwicklungsplan scheint auch auf der Strecke geblieben zu sein. Natürlich ist die Verbesserung der Rad-Infrastruktur ein wichtiges Ziel, aber zu einem guten Fahrradklima in einer Stadt gehört mehr. 

Schleusenstraße, Baustelle, Markierung,
Ein Blick auf die verblassende Markierung und die Blockade des Radwegs in der Schleusenstraße

Drohende Abschaffung des Radweges und unvorschriftsmäßige Baustelleneinrichtung

Die Schleusenstraße hat es im Augenblick schwer. Bei uns sind mehrere Beschwerden eingegangen, dass die Radwegmarkierung zunehmend verschwindet, nach Gehwegrenovierung vor Engelbrecht dort gar nicht mehr erneuert wurde und die Auffahrt zum Radweg oft zugeparkt ist. Von den Behörden hören wir, dass der Angebotsradweg auf dem Gehweg aufgegeben werden soll, weil es sich ja um einen Tempo-30-Zone handelt. Dass dann der Radverkehr in den Genuss des groben Kopfsteinpflasters auf der Fahrbahn kommt, interessiert nicht, auch nicht, dass in der kleinen Straße viel Kfz-Verkehr herrscht mit vielen Ein- und Ausparkmanövern. Die Interessen der Anwohner im Quartier sind nicht von Belang. Erschwerend kommt jetzt hinzu, dass hinter der Einmündung der Gartenstraße der Geh- und Radweg komplett versperrt sind - und das währte 5 Monate ohne vorschriftsmäßige Ausschilderung und trotz mehrfacher Information der zuständigen Ämter. Hier ist der ADFC nicht untätig geblieben. Ein Satire-Film (hier der Link) stellte die groteske, 5 Monate währende Situation und die Gleichgültigkeit der Magistratsbürokratie dar. Das führte dann in wenigen Tagen zum Umdenken und handeln.

Interesse als Ehrenamtliche*r für das Geschichtenfahrrad der Stadtbibliothek ?

2019 hat die Stadtbibliothek Bremerhaven ein ganz besonderes Lastenrad in Betrieb genommen. Zunächst wurde das Elektro-Fahrrad  in Christiania, dem bekannten freiheitsliebenden Viertel mit innovativer Atmosphäre, produziert. Dann wurde es in einer Spezialtischlerei in Mannheim zu einem Bibliotheks-Rad umgebaut und konnte anschließend in Bremerhaven  in Betrieb gestellt werden. Im ersten Jahr wurde das Rad von einer BuFDi-Kraft bedient, dann kam die Corona-Epidemie. Jetzt geht es endlich wieder an den Start. Die Stadtbibliothek sucht Ehrenamtliche, die einerseits gerne radfahren, andererseits aber auch gerne Kindern Geschichten vorlesen. Mit dem Rad fährt man in einen Stadtteil, wo man nach vorheriger Ankündigung auf das sehnsüchtig wartende junge Publikum trifft. Da die Stadtbibliothek in zahlreiche Stadtteile fahren möchte (Wulsdorf/Leherheide/Leher Pausenhof/Holzhafen in Geestemünde), freut man sich, wenn sich möglichst viele interessierte Menschen bewerben, so dass die Arbeit gut verteilt werden kann. Selbstverständlich werden Interessierte gründlich in den Umgang mit dem Rad eingeübt und für die Gesamtaufgabe fortgebildet.

Interessierte können sich per Mail melden bei Frau Juliane Keil: juliane.keil@magistrat.bremerhaven.de oder telefonisch unter 0471 590-2026.

 

Radvekéhrsnetz, Abbruch, Lückenschluss
Und plötzlich steht man unvermittelt vor einem Auto. Radwegabbruch in der Adolf-Kolping Straße © ADFC Bremerhaven

Radverkehrsnetz in Bremerhaven

In der Stadt gibt es kein Radverkehrsnetz im Sinne der Empfehlungen für Radverkehrsanlagen. Aus diesem Grund hat der ADFC in der Arbeitsgruppe Radverkehr mit allen Interessierten ein Modell eines Radverkehrsnetzes für die Stadt entwickelt. Kernstück ist eine lange Nord-Südachse von Langen bzw. Leherheide bis Wulsdorf, und eine 5 km lange Ost-West-Achse vom KBR bis zum AWI. Grundprinzipien aller vorgeschlagenen Achsen sind: wenig Kontakt mit dem Kfz-Verkehr, Lärmarmut, Ampelarmut, keine unnötigen Umwege, aber enge Anbindung an wichtige Zielorte. Natürlich gibt es noch weitere Achsen, aus denen dann das Netz als Ganzes zusammengesetzt ist. Dieses Netz kann man sich über diesen Link auf einer interaktiven Karte im Internet ansehen. Die Erläuterung zu den Farben in der Karte findet sich in dieser Legende. Was noch völlig fehlt, ist eine Ausschilderung für den Radverkehr. Da existiert bisher nur die Ausschilderung der sogenannten Freizeitrouten - und das mehr schlecht als recht.

Kennedybrücke - ein Erfolg

Im November 2020 wurde die Probemarkierung für den Radfahrstreifen auf der Kennedybrücke aufgetragen, ein erster sichtbarer Erfolg für den Kampf für eine bessere Fahrradinfrastruktur in der Innenstadt Bremerhavens. Wenn die Probephase im November 2021 ohne Probleme bestanden ist erfolgt die dauerhafte Markierung. Selbst ehemalige Gegner des Radfahrstreifens sind mittlerweile von der Sinnhaftigkeit überzeugt.

Fußgängerzonenfreigabe für den Radverkehr liberalisiert

Von 22.00 Uhr bis 10.00 Uhr durfte bis März 2021 die Fußgängerzone von Radfahrer*innen benutzt werden. Still und ohne viel Tamtam wurde die Bitte des ADFC erfüllt, doch wenigstens für die erste und letzte Einkaufsstunde die Fußgängerzone für den Radverkehr zu öffnen, also von 18.00 Uhr bis 10.00 Uhr. Klagen hat es bisher keine gegeben. Der ADFC wünscht sich natürlich eine vollständige Freigabe. Aber da sind die Sorgen einiger Politiker noch zu groß, dass das dem Einzelhandel schaden könnte. Wir denken, es nützt eher dem Einzelhandel, wenn Radfahrende nah bis zu den Geschäften kommen können, zumal deutlich mehr Fahrradabstellbügel in der City aufgebaut werden. Der ADFC könnte auch damit leben, wenn statt einer völligen Freigabe der Fußgängerzone die anliegenden Schleswiger, Mittel- und Prager Straße zu Fahrradstraßen erklärt würden und dort eine privilegierter Zugang in die Innenstadt für den Radverkehr geschaffen würde. Spannend wird es, wenn das Karstadt-Gebäude abgerissen wird. Dann könnte man die durchgehende Straße "Am Alten Hafen" zu einer Fahrradstraße im Beidrichtungsverkehr machen und so den Radverkehr von der Columbusstraße in einen geschützten Bereich abseits des lauten und abgasbelasteten Autoverkehrs bringen.

Diese Markierung Am Nordhafen schützt nicht ausreichend vor Stürzen und Verletzungen bei der Schienenüberquerung mit dem Rad © ADFC Bremerhaven

Schienen im Überseehafen

Der Radweg längs der Strecke Am Erzhafen, Am Nordhafen und an der Senator Borttscheller-Straße ermöglicht dem Alltagsradverkehr und den ca 100.000 jährlichen Benutzern des Weserradweges die Passage durch den Überseehafen. Wie die letzte Zertifizierung durch den ADFC für die Wesertouristik zeigt, gab es dort viele Mängel: oft zu eng, störende Begrenzungs-, Laternen- und Verkehrsschilderpfosten, unangenehme bis gefährliche Querungen, insbesondere an den Gatehäusern. Eine Stelle ist aber besonders gefährlich, nämlich die Querung der Schienen Am Nordhafen. Dort geschehen regelmäßig Stürze - und leider auch mit bösen Folgen, insbesondere Knochenbrüchen. Das ASV (Amt für Straßen und Verkehr, Bremen) hat zwar mit einer Markierung reagiert, die verhindern soll, dass man die Schienen spitzwinklig statt im rechten Winkel überquert. Mit 1,30 m Breite ist diese Radwegmarkierung aber für einen Beidrichtungsradweg mit Fußverkehr zu schmal und verstößt wegen der mangelnden Breite gegen die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen von 2010. Dementsprechend hat die Zahl der Stürze auch nach der Markierung nicht merklich nachgelassen. Der ADFC Bremerhaven hat einen weitergehenden Vorschlag zum Schutz des Radverkehrs gemacht, der aber nicht auf Gegenliebe beim zuständigen Baulastträger stößt. Auf jeden Fall sollte jede*r Radelnde an dieser Stelle besonders vorsichtig sein, erst recht bei nasser Fahrbahn.

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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