ADFC Bremerhaven - Problemmelder
ADFC; Problemmelder; Bremerhaven

Der ADFC-Problemmelder Bremerhaven

Dir wurde die Vorfahrt genommen? Du hast ein Schlagloch in einem Radweg entdeckt? Du hast Dich erschreckt, weil ein PKW sehr nah an Dir vorbeigefahren ist? Du hast eine gute Idee zur Verbesserung für den Radverkehr an einer bestimmten Stelle? Du wurdest beschimpft oder Dir ist Ähnliches widerfahren? Behalte es nicht für Dich, sondern melde es uns! 

Wie kommt Deine Meldung zu uns? Du kannst das Problemmelderformular hier herunterladen, ausfüllen, speichern und an unsere Mail-Adresse schicken: office.bremerhaven [at] adfc-bremen.de . Du kannst uns aber auch eine Mail ohne Benutzung des Formulars schicken. Oder uns anrufen unter 017631731938. Gut ist es bei Vorfällen, wenn Du Dir Ort, Zeitpunkt, Typ des beteiligten Fahrzeugs und vielleicht das Kennzeichen gemerkt hast und uns mitteilst. Wenn nicht, schreib uns, was Du behalten hast. Die Benutzung des Formulars schärft ein wenig den Blick für eine möglichst aussagekräftige Meldung. Bei Stellen, die verbessert werden sollen, ist eine genaue Ortsangabe gut. Gern kannst Du uns auch ein Foto schicken. Das macht die Bearbeitung leichter. Wir treffen uns 5-6x im Jahr mit den Behörden, um Verbesserungen zu erreichen. Und suchen auch den Kontakt zur Politik, wenn nöig. Wenn Du wissen willst, was in den über 1000 Meldungen, die wir bereits erhalten haben, steht, und was daraus geworden ist, lies in den folgenden Kapiteln nach.

Über 1000 Meldungen wurden ausgewertet

Seit Einführung des Problemmelders im September 2019 gingen über 1000 Meldungen bei uns ein. Diese wurden ausgewertet. Wer sich für die Ergebnisse interessiert, kann die erstellte Dokumentation hier herunterladen​​​​​​​. Außerdem kann man sich auch informieren, welche Straßen mit welchen und wieviel Problemen behaftet sind. Diese Auswertung wird etwa alle 2 Moante aktualisiert und ist ebenfalls hier verlinkt, zuletzt Ende Januar 2023.

Radproblemmelder
Abbildung des Rad-Problemmelders Bremerhaven © ADFC Bremerhaven

Meldungen aus dem Rad-Problem-Melder

Damit es nicht so abstrakt bleibt, folgen im Weiteren die neuesten interessanten Einzelmeldungen aus dem Rad-Problem-Melder, der neueste Fall immer zu oberst, ältere und besondere wichtige Fälle bleiben noch eine gewisse Zeit auf der Website. Ihr könnt durchb Meldungen an uns mithelfen, die Radverkehrssituation in Bremerhaven zu optimieren.

Problematischer Bahnübergang Lofotenstraße-FahrGrad8

FahrGrad8 - Übergang Lofotenstraße

Herr Bohlmann aus Wulsdorf hat sich bitter beim ADFC Bremerhaven beklagt. Die Umlaufsperren vor dem Übergang vom FahrGrad8 zur Lofotenstraße sind so eng aufgestellt, dass er mit seinem Behindertenrad bei der täglichen Fahrt zu seinem Schiff fast nicht durchkommt. Seine beiden Nabenkappen von der Hinterachse hat er bereits dort durch "Anecken" verloren. Bei einem Ortstermin mit ihm und dem verkehrspolitischen Sprecher der Stadtteilkonferenz Wulsdorf, Peter Classen, konnte das Problem in Augenschin genommen werden. Auch ist das Gefälle vom Schienenstrang zur Sperre zu stark, und es gibt ein deutlich Kantenbildung zwischen Schienenweg und dem kreuzenden Radweg. Diese Querung ist weiterhin ein vielbenutzter Weg für Beschäftigte in und aus dem Fischereihafen.

Der ADFC hat dies zum Anlass genommen, sich mit dem zuständigen Straßenbaulastträger, der FBG, in Verbindung gesetzt und folgende Informationen erhalten: Bei dem jetzigen Zustand handlet es sich um ein Provisorium. Eine endgültige Herrichtung der Querung ist geplant, dann auch mit deutlich weiterem Abstand der Umlaufsperren voneinander. Das Geld dafür sei vorhanden. Wegen der hohen Kosten der Maßnahme muss sie bundesweit ausgeschrieben werden. Wir gehen davon aus, dass das jetzige äußerst ungünstige Provisorium, dazu noch an so bedeutender Stelle, bis Ende des Jahres beseitigt ist. Andernfalls hkt der ADFC noch einmal nach.

Bilanz der Verkehrspolitik des ADFC Bremerhaven in den letzten 4 Jahren

Oft hört man so Sätze wie: "Da kann man sowieso nichts machen." "Die machen sowieso, was sie wollen." " Auf uns hört ja keiner!" Aber das stimmt nicht ganz. Wer uns vom ADFC Bremerhaven ein Problem, ein Anliegen, eine Beschwerde meldet, hat eine hohe Chance, dass wir uns darum kümmern und oft auch etwas erreichen. Wir überprüfen jede eingehende Meldungen, denn wir haben auch schon Meldungen bekommen, denen jede reale Grundlage fehlte oder in den Dinge eingefordert wurden, die schlichtweg verboten sind. Manchmal müssen wir auch dicke Bretter bohren, bis wir etwas erreichen konnten. Aber manchmal geht etwas auch ganz schnell, besonders bei möglichen Gefahrenlagen. Damit jeder sehen kann, wie der Stand der Dinge ist, für die sich der ADFC vor Ort eingesetzt hat, wo er Erfolg gehabt hat, aber auch, wo er gescheitert ist, kann man sich hier die Bilanz der letzten 4 Jahre herunterladen. Natürlich kann nicht jedes Problem gelöst werden und auch nicht jeder gute Vorschlag umgesetzt werden - und erst recht nicht sofort. Dafür ist 30 Jahre zuviel liegengeblieben und die Haushaltsmittel sind zu gering - und unsere Politiker sind leider auch immer noch ein Stück zu langsam. Aber ohne die zahlreichen Meldungen wüßten wir von vielen Problemen gar nicht und könnten auch nichts zu Veränderung beitragen.

Bremerhaven, abgesetzte Radwege
Auf der Pestalozzistraße über die Moltkestraße - ein abgesetzter Radweg © ADFC Bremerhaven

Abgesetzte Radwege bergen große Gefahren und schlechten Komfort

Eine Klage vom Oktober 2023: Warum muss man mit dem Rad im großen Bogen zuerst von der Pestalozzistraße wegfahren, um dann Nebenstraßen wie Goethe- und Moltkestraße zu überqueren und anschließend wieder an die Hauptstraße heranzufahren? Autos dürfen dort ohne Schlenker geradeaus fahren, Radfahrende nicht. Solche sogenannten "abgesetzten" Radwege und die dazugehörigen weitbogigen Fahrbahnen für rechtsabbiegende Autos sind ein Relikt der 60iger Jahre. Die Auto sollten mit Tempo einbiegen können. Die Radfahrenden haben gegenüber den rechtsabbiegenden Autos keine Vorfahrt mehr, wenn der Radweg mehr als 5 m von der Hauptstraße weg ist. Aber wer fährt schon mit dem Zollstock Fahrrad? Besonders gemein ist noch, dass in Bremerhaven neben der zumeist nicht-vorfahrberechtigten Radfahr-Furten Zebrastreifen angelegt sind. Das läßt viele Radfahrende denken, sie hätten Vorfahrt, stimmt aber nicht. Und auf dem Zebrastreifen haben Fahrräder sowieso nichts zu suchen. Nach der Richtlinie RASt06 (Kap. 6.1.9.2) sollen nicht vorfahrberechtigte Überquerungsstellen für den Radverkehr nicht neben einem Fußgängerüberweg liegen. So wie auf dem Foto zu sehen, darf heute also nicht mehr geplant und gebaut werden. Der ADFC Bremerhaven macht sich dafür stark, dass an solchen Stellen der Radweg ohne Schlenker unmittelbar neben der Hauptstraße auf einer vorfahrtsberechtigten Radfurt geführt wird. Für die Pestalozzistraße ist das geplant. bei vielen anderen müssen wir noch Druck machen. Wir werden an dieser Stelle bald eine Liste aller solcher Stellen machen und uns bei den Ämtern für den Umbau einsetzen. Helft uns gerne und teilt uns solche Überwegungen über unsere Mail-Adresse.

 

Bushaltestelle Havenwelten - Konflikte zwischen Rad- und Fußverkehr entschärft

An dieser Haltestelle kam es immer wieder zu Konflikten zwischen dem Fußverkehr und Busgästen einerseits, sowie Radfahrenden andererseits. Wie sollte man auch erkennen, wo Radweg und wo Fußweg verlaufen? Dass der Radweg rechts vom Fußweg geführt wird, ist ungewöhnlich. Viele Touristen, die sich dort aufhalten, sind es aus ihren Heimatstädten gewphnt, dass Radweg rot und Fußwege grau sind. Nicht so in Bremerhaven. Und bei Regen mit Westwind hält man sich gerne hinter dem Wartehäuschen im Windschatten auf und steht so mitten auf dem Radweg. Seit Jahren ärgern sich Radfahrer über die Fußgänger, aber auch umgekehrt, weil bislang kein Eindeutigkeit dort klar erkennbar war. Dementsprechend gab es auch immer wieder Infos über den Problemmelder. Endlich ist es uns durch einen dementsprechenden Vorschlag gelungen, durch eine eindeutige Markierung für Klarheit zu sorgen und damit hoffentlich auch für einen verständnisvolleren Umgang miteinander.

Aggression im Straßenverkehr © ADFC Bremen

Aggressives Verhalten gegenüber Radfahrer: innen

Meldung aus der Nordseezeitung vom 16.11.2022: in Geestland-Langen wurde ein 53-jähriger Radfahrer von 3 jungen Männern zusammengeschlagen, weil er mit seiner Fahrradklingel auf sich aufmerksam gemacht hatte. So etwas ist leider kein Einzelfall! Eine Problemmeldung aus dem November: Eine Frau steht mit ihrem Fahrrad bei Rot vor einer Ampel. Ein Auto hält neben ihr, der Fahrer läßt die Scheibe herunter und schreit: "Scheiß Radfahrer!". Bei Grün überholt er sie mit sehr geringem Abstand, schneidet sie und brüllt dann: "Verpiss Dich!" In den letzten 3 Jahren wurden dem ADFC Bremerhaven 58 solcher Fälle gemeldet, davon mindestens 3 mit Androhung körperlicher Gewalt. Die Dunkelziffer dürfte viel höher liegen. Meldet solche Vorkommnisse dem ADFC unter diesem Link! Solche Meldungen sind für uns der Anlass, von der Stadt Bremerhaven eine Rücksichtskampagne im Straßenverkehr zu fordern. Das erhöht dann auch u.U. die Bereitschaft von Zeugen, bei einer Anzeige auszusagen. Wenn uns die Kennzeichen autofahrender Aggressoren - nach unseren Daten auch Aggressorinnen - mitgeteilt werden, können wir feststellen, ob es eine Häufung bei bestimmten Personen gibt und würden die Betroffenen darüber informieren. Helft uns mit, für ein besseres Klima auf den Straßen unserer Stadt zu sorgen ! Wie immer: Eure Daten bei einer Meldung an uns bleiben geschützt.

An der Mühle

An der Mühle - hier werden Radler und Anwohner durchgemahlen

An der Mühle - eigentlich unerträglich

Begehung der Straße mit einer nicht näher genannten Person einer Behörde im Januar 2023: Klares Fazit: Hier sollte eigentlich Tempo 30 über 24 Stunden geboten sein, um die Lärmemission zu senken und um den Radverkehr weniger zu gefährden. Weiterhin sollte ein großer Teil der Parkplätze beseitigt werden, um dem Radverkehr genügend Platz zu geben, z.B. für einen Schutzstreifen. Verschärft wird das Problem künftig noch, wenn Menschen vermehrt aus dem oder in das Werftquartier mit dem Rad, aber auch dem Kraftfahrzeug fahren werden.

Szenenwechsel: Stadtteilkonferenz Geestemünde 16.02.2023: Es geht unter anderem um Tempo 30 in der Stadt aus Klima-Gründen. Und wieder geht es um die Straße "An der Mühle". Aus dem Publikum wird berichtet, wie wohltuend es für die Anlieger war, als eine gewisse Zeit Tempo 30 herrschte. Es wird zusätzlich Unverständnis geäußert, warum man denn Tempo 30 verhindere, wo doch nicht einmal Busverkehr durch die Straße fahre. Antwort von Herrn Thorsten Raschen (CDU): Der gewerbliche Verkehr sei sehr dankbar gewesen, als das Tempo von 30 wieder auf 50 km/h angehoben worden sei. Man spare doch deutlich Zeit auf dem Weg von der Autobahn in den Fischereihafen.

Der ADFC ist dem nachgegangen: Die Straße an der Mühle ist 650 m lang. Mit Tempo 30 braucht man für eine solche Strecke ca 78 Sekunden, mit Tempo 50 ca 47 Sekunden. Zeitersparnis: Eine halbe Minute. Ist das die tägliche Qual der Anwohner*innen und Radler*innen wert? Und fahren wirklich so viele Fahrzeuge auf diesem Weg in den Fischereihafen? Wir denken, hier herrscht zu viel Dominaz des Autos. Tempo 30 wäre keine echte Qual für den motorisierten Indivdualverkehr, aber eine erhebliche Erleichterung für die sich in dieser Straße aufhaltenden Menschen.

Ein Bespiel: Bushaltestelle Tötje

Gleich zweimal in einer Woche wurde uns gemeldet, dass nach Erneuerung der Bushaltestelle "Tötje" an der Langener Landstraße jetzt der Radverkehr auf die Fahrbahn gelenkt werde, während er bisher geschützt auf dem bordsteingebundenen Radweg geführt wurde. Durch eine teilweise Erneuerung des Asphalts auf der Fahrbahn gibt es keine klare Abgrenzung zwischen motorisiertem und Radverkehr. Das führt zu Unsicherheiten sowohl auf Seiten des Radverkehrs, als auch des Kraftverkehrs. Wir haben das Amt für Straßen- und Brückenbau informiert und darum gebeten, einen Schutzstreifen im Bereich der Bushaltestelle einzurichten. Und tatsächlich: Im Frühjahr 2022 wurde eine Markierung für einen Schutzstreifen markiert.

Asphaltaufbrüche auf dem Fischereihafenradweg © ADFC Bremerhaven

Beleuchtung von Radwegen

Im Juni 2020 erreichte uns die erste Problemmeldung, dass der Asphalt auf dem Fischereihafen an mehreren Stellen aufbreche und zu erheblichen Beeinträchtigungen  beim Radfahren führe. Weitere Beschwerden folgten. Bei der Abschlusstour des Stadtradelns 2020 beklagten wir gegenüber teilnehmenden CDU-Politkern, u.a. Herrn T. Raschen, die Situation, die sie dann auch selbst erleben konnten. Außerdem wiesen wir auf die fehlende Beleuchtung dieses vielbenutzen Radweges hin. 2021 hat sich Vieles positiv entwickelt. Die beschädigte Fahrbahn ist neu asphaltiert. Mittlerweile ist der Fischereihafenrdweg von der Max-Dietrich-Straße bis Unter der Rampe mit dimmbaren LED-Laternen ausgestattet. Auch im Bereich der künftigen Fahrradstraßen Am Wischacker und Dwarsweg gibt es jetzt eine Beleuchtung mit LED-Laternen. Sie ist nicht nur wichtig zum Schutz vor Unwegsamkeiten, sondern auch Element von sozialer Kontrolle, was besonders für Frauen bedeutsam ist. Der neue Radweg "Fahr(G)rad8" zwischen der Höbelstraße und Deichhämme erhält ebenfalls eine dimmbare Beleuchtung, die zudem insektenfreundlich ist.

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